Soziale Teilhabe

Soziale Teilhabe – dazugehören und verbunden bleiben

Elisabeth ist 65. Ihre Geschichte steht für viele. Den Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie verliert sie früh. Als sie sich outet, brechen Gespräche ab. Nähe wird schwierig. Freund*innen werden zu ihrer Wahlfamilie. Viele sagen: „Man muss sich seine Familie selbst schaffen.“ Über Jahre entstehen tragende Beziehungen, gemeinsame Orte. Man konnte sich aufeinander verlassen, sich austauschen und den Alltag miteinander teilen. Mit dem Älterwerden verändert sich vieles. Weggefährt*innen werden krank oder sterben. Wege fallen schwerer. Treffen finden seltener statt. Was lange trägt, wird brüchiger. Und irgendwann fehlt genau dieses Netz.

Wenn Kontakte wegbrechen

Menschen brauchen Austausch. Auch im Alter. Angebote der offenen Senior*innenarbeit schaffen Räume für Begegnung, lebenslanges Lernen und gemeinsames Erleben. Viele Lesben nutzen diese Angebote wenig. Sie haben eigene Netzwerke aufgebaut. Gleichzeitig fehlen oft Orte, an denen sie sich als Lesben sicher und selbstverständlich begegnen können. So entstehen Lücken. „Viele Freundinnen sind nicht mehr da“, sagt eine Teilnehmerin im Film lesbisch.schwul.älter. Und mit ihnen verschwinden oft vertraute Strukturen.

Teilhabe braucht passende Räume

Soziale Teilhabe hängt von vielen Faktoren ab. Gesundheit, Mobilität und finanzielle Möglichkeiten prägen den Alltag. Entscheidend ist, ob Angebote die Lebensrealitäten älterer Lesben einbeziehen. Ob sie unterschiedliche Biografien sichtbar machen. Ob sie Schutz vor Diskriminierung bieten. Erst dann entstehen Räume, in denen Zugehörigkeit wächst. „Alleinsein ist eine große Angst“, sagt eine andere Stimme aus dem Film. Diese Angst zeigt, wie wichtig verlässliche soziale Strukturen sind.

Was sich ändern muss

Soziale Teilhabe entsteht, wenn Regelstrukturen Vielfalt mitdenken. Angebote müssen zugänglich sein, unterschiedliche Lebensweisen sichtbar machen und ältere LSBTIQ+ aktiv einbeziehen.

Dafür setzen wir uns ein

Der Dachverband Lesben und Alter setzt sich für soziale Teilhabe ein. Wir machen Bedarfe sichtbar. Wir bringen Perspektiven in Fachwelt und Politik ein. Wir stärken Vernetzung und Initiativen vor Ort. Für ein Leben im Alter, das verbindet. Und in dem alle selbstverständlich dazugehören.