Rente

Rente – Lebensleistung sichtbar machen

Ingrid ist 72. Ihre Geschichte steht für viele. Sie ist Buchhändlerin. In den 1980er-Jahren verliert sie mehrfach ihren Job, nachdem bekannt wird, dass sie mit einer Frau zusammenlebt. Ab den 1990er-Jahren findet sie Arbeit in einem Frauenbuchladen. Bis zur Rente arbeitet sie engagiert, oft in Teilzeit und für wenig Lohn. Der Staat erkennt ihre Beziehung nicht an. Heirat: ausgeschlossen. Ein Anspruch auf Hinterbliebenenrente entsteht so nie. Was heute auf Ingrids Rentenbescheid steht, spiegelt die Bedingungen.

Ungleichheit hat Folgen

Rente entsteht aus Erwerbsarbeit. Wer gering verdient oder Erwerbszeiten unterbricht, erhält später weniger. Das betrifft viele Frauen – auch viele Lesben. Diskriminierung im Beruf unterbricht Erwerbsbiografien. Der Staat erkannte gleichgeschlechtliche Partnerschaften lange nicht an. Dadurch fehlte soziale Absicherung. Bis heute bewertet das Rentensystem Sorgearbeit kaum. Auch Lesben übernehmen Verantwortung für Kinder, Partner*innen, An- und Zugehörige. So entstehen Rentenlücken, die bis ins Alter wirken.

Altersarmut bleibt oft unsichtbar

Viele ältere Lesben und andere LSBTIQ+-Personen sprechen selten über ihre finanzielle Lage. Ausgrenzungserfahrungen wirken nach. Es fehlen geschützte Räume. Bestehende Unterstützungsangebote erreichen viele nicht. So bleiben finanzielle Engpässe und Altersarmut oft lange unsichtbar.

Was sich ändern muss

Eine gerechte Alterssicherung bezieht unterschiedliche Lebensrealitäten ein. Erwerbsbiografien verlaufen unterschiedlich. Das Rentensystem folgt noch immer patriarchalen Rollenbildern. Sorgearbeit braucht Anerkennung. Strukturelle Benachteiligung darf sich im Alter nicht fortsetzen.

Dafür setzen wir uns ein

Der Dachverband Lesben und Alter macht die Lebensrealitäten älterer Lesben sichtbar. Wir bringen eure Perspektiven in Politik und Fachwelt ein. Wir vernetzen und stärken Communities. Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ein – in Würde und frei von Diskriminierung.