Lesbisches Erinnern

Das Projekt „Wir sind stark und wir sind viele – lesbische Sub-Kultur in Berlin“ erinnert an lesbisches Leben in Berlin und macht LSBTI-Gedenkorte sichtbar. An für lesbisches Leben zentralen Orten werden Gedenktafeln aufgestellt. Weitere Informationen und Geschichten zu den bisherigen drei Gedenkorten, die Frauenkneipe Dinelo, die Lesbendisko die 2 und die Lesbenbar pour elle finden Sie auf dieser Webseite.

Die Frauenkneipe Dinelo in der Vorbergstraße 10 in Berlin-Schöneberg

Im September 1983 eröffneten Christel „Chris“ Rieseberg und ihre Lebensgefährtin Lisa Sharon Makey das Dinelo als „Café und Kneipe für Frauen“. Chris Rieseberg hatte zuvor gemeinsam mit der Schwester von Lisa, Lilian Makey, zwischen Dezember 1975 und Dezember 1980 die Diskothek die 2 in der Martin-Luther-Straße 22 geführt.

"Jede, die auch nur ein bißchen die Szene kennt, weiß, daß gerade im Dinelo […] eine angenehme Atmosphäre herrscht"

von Katja Koblitz, Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek (Berlin) e.V.

Quelle: Spinnboben Lesbenarchiv & Bibliothek e. V. (Berlin) – Recht vorbehalten

Die Lesbendiskothek die 2 in der Martin-Luther-Straße 22 in Berlin Schöneberg

Im Oktober 1975 eröffnete Christel „Chris“ Rieseberg die Frauendiskothek die 2 in der Martin-Luther-Straße 22. Ein oder zwei Jahre später kam Lilian Makey, die Schwester ihrer späteren Lebensgefährtin Lisa Sharon Makey, hinzu. Chris Rieseberg hatte zuvor schon in der Vorbergstraße 10 von 1963 bis 1973 den lesbischen Club 10 betrieben und eröffnete später dort die Frauenkneipe Dinelo.

„Zu den Berliner Lesbenwochen war es so eng, dass die Lesben ihren Kaffee schon mal auf dem Klo trinken mussten“

von Katja Koblitz, Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek (Berlin) e.V.

Quelle: Spinnboben Lesbenarchiv & Bibliothek e. V. (Berlin) – Recht vorbehalten

Die Lesbenbar pour elle in der Kalckreuthstraße 10 in Berlin-Schöneberg

Im November 1972 eröffnete Jutta Kummutat die Lesbenbar pour elle (frz.: für sie) in der Kalckreuthstraße 10 – so erinnert sich Manu Hoyer, die später in der Diskothek die 2 arbeitete. Später kam Margit „Margie“ Drexhage dazu; gemeinsam standen die beiden Frauen hinter dem Tresen. Die erste Frage von Margie Drexhage an neue Besucherinnen war stets „Was möchtest Du trinken?“. Margie Drexhage war gelernte Fleischerin; über Renate Kummutat ist kaum etwas bekannt – nur dass sie sich nach 11 Jahren Ehe scheiden ließ und sich dann in der Lesbenszene tummelte. Somit ist auch unklar, wie die beiden Frauen dazu kamen, mit dem pour elle eine der bekanntesten und lange existierenden Lesbenbars Berlins zu betreiben.

„Inmitten von Plüsch und schrillem Tand knistert die Luft, brizzelt die Erotik“

von Katja Koblitz, Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek (Berlin) e.V.

Quelle: Spinnboben Lesbenarchiv & Bibliothek e. V. (Berlin) – Recht vorbehalten