Jetzt anmelden zur Fachtagung: Intersektionale Solidarität stärken – Konflikte verstehen, Demokratie gestalten
Community, Wissenschaft, Praxis & Politik im Dialog am 23. und 24. Oktober 2026 in Berlin
Konflikte und Streit erschweren Zusammenhalt – auch innerhalb der LSBTIQ+-Community. Manchmal verlaufen die Trennlinien zwischen den Buchstaben, zwischen Generationen, zwischen Herkünften, zwischen politischen Positionen oder Glaubensbekenntnissen. Offen oder verdeckt stellen sich Fragen: Wofür genau stehen welche Regenbogenfarben? Wer repräsentiert eigentlich DIE Community? Wer spricht für wen und wessen Stimmen finden Gehör? Wer wird am Rand stehengelassen? Und welche Diskriminierungserfahrung zählt? Die unterschiedlichen Antworten polarisieren, sie spalten und können wechselseitig ausgrenzen. Das erschwert solidarische Bündnisse.
Politisch, rechtlich und gesellschaftlich hat die LSBTIQ+-Community in den letzten Jahren viele Fortschritte erzielt. Gleichzeitig steigen Gewalt, Angriffe und Anfeindungen gegen queere Menschen. Der Anschlag auf den CSD Berlin macht auf erschütternde Weise deutlich, wie verletzlich die LSBTIQ+-Community nach wie vor ist.
Die Tagung „Intersektionale Solidarität stärken – Konflikte verstehen, Demokratie gestalten“ am 23. und 24. Oktober 2026 greift diese Herausforderungen auf und lädt zum Dialog ein. Gemeinsam wollen wir Strategien entwickeln und Räume für einen offenen Austausch. schaffen. Dazu laden wir Akteur*innen aus Community, Wissenschaft, Praxis, Politik und Regelstrukturen ein,
- miteinander ins Gespräch zu kommen,
- bestehende Konflikte offen anzusprechen und
- gemeinsam zu überlegen, wie solidarische Strukturen trotz unterschiedlicher Perspektiven gestärkt werden können.
Wir wollen Brücken bauen, Verständnis füreinander fördern und gemeinsames Handeln ermöglichen. Wie können wir solidarische Bündnisse aufbauen, die unsere Community stärken und demokratiefeindlichen Entwicklungen entschlossen entgegentreten?
Die Tagung verbindet fachliche Impulse, internationale Perspektiven und aktivistische Praxis mit dialogischen Formaten. Sie ermöglichen Begegnung, fördern den Austausch und tragen dazu bei, gemeinsamen neue Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln.
Das Leitmotiv der Tagung ist: „Wo wollen wir hin? Was hindert uns daran, gemeinsam unsere Ziele zu erreichen? Und wie kann es doch gelingen?“
Auf dieser Seite findet ihr:
- Eine Übersicht über das Programm
- Vorstellungen der einzelnen Workshops und Programmpunkte
- Den Link zu unserem Anmeldeformular und
- Informationen zur Übernachtung (Buchung über unser Hotelkontingent)
Die wichtigsten Informationen im Überblick
Wann?
23. Oktober, 13:30-19:00 (mit anschließendem Netzwerkabend)
24. Oktober, 9:30-19:00
Wo?
Hotel Berlin Berlin
Lützowplatz 17, 10785
Berlin
Anmeldung
über unser Onlineformular
Programmübersicht
Moderation: Homaira Mansury
- 13:30–14:20 Ankommen & Registrierung (Vernetzungskaffee)
- 14:20–14:40 Kurze Begrüßung und Einführung (Moderation und Vorstand)
- 14:40–14:50 Begrüßung durch die Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Sophie Koch
- 14:50–15:00 Begrüßung durch den Berliner Staatssekretär für Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt, Max Landero
- 15:00–16:00 Keynote 1: Intersektionale Solidarität stärken – Herausforderungen und Perspektiven innerhalb der LSBTIQ*-Community (Sophie Yukiko)
- 16: 00–16:15 Pause
- 16:15–17:15 Keynote 2: Lernen von Erfahrungen aus anderen Ländern (Shadi Amin)
- 17:15–17:30 Pause
- 17:30–19:00 Podiums-Diskussion: „Wie können solidarische Bündnispolitiken in einer vielfältigen Community gelingen?
- Referent*innen: Sophie Yukiko, Shadi Amin, Saideh Saadat-Lendle, Florencia Gaillour, Sigrid Kwella, Billie A. Hörnschemeyer, Inka Wilhelm, Peter Struck
- ab 19:00 Netzwerkabend / informelles Treffen mit Musik
- 09:30–10:00 Ankommen & kurzer Rückblick auf den Vortag (Homaira Mansury)
- 10:00–11:30 Workshops
- 11:30–12:00 Pause
- 12:00–12:30 Vorstellung der Workshop-Ergebnisse im Plenum
- 12:30–14:00 Dialogräume / Listening Circles
- 14:00–15:00 Mittagspause
- 15:00–16:30 Praxis-Panel: Zusammenarbeit zwischen Community, Politik und Verwaltung
- 16:30–16:45 Pause
- 16:45–18:15 Zukunftswerkstatt
- 18:15–19:00 Abschluss und Ausblick
Die Programmpunkte im Detail – Workshops
Workshop 1: Intersektionalität erinnern, neu denken und verorten: Schwarze feministische / queere Perspektiven auf Solidarität und gesellschaftliche Strukturen
mit Silvia Abiyeme de Bertolini: Intersektionalität erinnern, neu denken und verorten: Schwarze feministische / queere Perspektiven auf Solidarität und gesellschaftliche Strukturen
Was wir heute – in Theorie und Praxis – unter intersektionaler Arbeit verstehen, verdankt seinen Ursprung den Kämpfen und dem Denken Schwarzer Feminist*innen. Gleichzeitig sind Schwarze Frauen und Queers in den Debatten queerer und feministischer Communities in Deutschland oft unsichtbar. Gemeinsam wollen wir uns der Entstehungsgeschichte intersektionalen Denkens widmen und kritisch reflektieren, wie in unserer Arbeit Sichtbarkeit, Repräsentation und Anerkennung verteilt und verhandelt werden.
Workshop 2: Intersektionalität zwischen Anspruch und Realität: Macht, Privilegien und Konfliktlinien in unseren Communities
mit Saideh Saadat-Lendle: Intersektionalität zwischen Anspruch und Realität: Macht, Privilegien und Konfliktlinien in unseren Communities
Wenn wir über queere Community-Arbeit sprechen, meinen wir oft: wir arbeiten miteinander als Menschen, die eine Erfahrung von Diskriminierung, von Ausschlüssen, von Marginalisierung teilen. Trotzdem gibt es Privilegien und Machtverhältnisse, die unsere Arbeit durchziehen. Unterschiedliche und nicht anerkannte Erfahrungen z.B. von Sexismus, Rassismus, Ableismus und Co. führen schnell dazu, dass wir Ausschlüsse und Konflikte produzieren, anstatt solidarisch zu handeln. Der Workshop lädt dazu ein, die eigene Positionierung kritisch zu reflektieren und gemeinsam zu überlegen, wie wir Macht thematisieren, Verantwortung übernehmen und solidarische Veränderungen ermöglichen können.
Workshop 3: Ableismus in queeren Räumen erkennen und überwinden: Disability-Perspektiven auf Solidarität und Teilhabe
mit Sigrid Kwella: Ableismus in queeren Räumen erkennen und überwinden: Disability-Perspektiven auf Solidarität und Teilhabe
Ableismus wird innerhalb queerer Debatten häufig weniger sichtbar verhandelt als andere Diskriminierungsformen, prägt jedoch die Möglichkeiten von Teilhabe und Mitgestaltung erheblich. Der Workshop stellt Erfahrungen von LSBTIQ*-Personen mit Behinderungen in den Mittelpunkt und reflektiert, wie Ausschlüsse innerhalb queerer Strukturen entstehen und überwunden werden können. Dabei geht es nicht nur um Barrierefreiheit, sondern auch um Fragen von Repräsentation, Macht und Solidarität.
Workshop 4: Konflikte aushalten, ohne Solidarität zu verlieren: Moderation, Mediation und solidarische Konfliktkultur
mit Conny Marmulla: Konflikte aushalten, ohne Solidarität zu verlieren: Moderation, Mediation und solidarische Konfliktkultur
Wie können wir solidarisch miteinander streiten? Der Workshop stellt konkrete Methoden der Konfliktmoderation vor, um Polarisierung und Eskalationsdynamiken zu begegnen. Während das Thema die gesamte Tagung begleitet, rücken an dieser Stelle praxiserprobte Instrumente und Strategien in den Vordergrund.
Die Programmpunkte im Detail – Dialogräume / Listening Circles
Moderierte Kleingruppen ermöglichen einen persönlichen und respektvollen Austausch über Erfahrungen, Perspektiven und Vorstellungen solidarischer Community-Praxis. Im Mittelpunkt stehen aktives Zuhören, Perspektivwechsel und die Frage, wie Zugehörigkeit, Differenz und Solidarität innerhalb vielfältiger Community-Strukturen erlebt werden. Dabei gilt: wir suchen keine Debatten oder schnellen Lösungen. Niemand muss überzeugt werden oder reagieren. Wir konzentrieren uns auf das Zuhören und Reflektieren. Dabei stehen in jedem Dialograum andere Fragen im Mittelpunkt.
Dialograum 1: Zwischen Schutzraum und Bündnispolitik
Zwischen Schutzraum und Bündnispolitik (Moderation: Doris Hermanns)
- Wann brauchen Menschen geschützte Räume?
- Wann entstehen neue Ausschlüsse?
- Wie offen können oder sollten Community-Räume sein?
- Wie gelingt Solidarität trotz unterschiedlicher Bedürfnisse und Interessen?
Dialograum 2: Aktivismus und Erschöpfung
Aktivismus und Erschöpfung (Moderation: Juliane Rosin)
- Wie verändern Dauerkrisen Community-Arbeit?
- Wer trägt Verantwortung und wer brennt aus?
- Welche Formen von Fürsorge fehlen?
- Welche nicht beachtete Care-Arbeit verbirgt sich hinter politischem Aktivismus?
- Wie kann nachhaltiger Aktivismus aussehen?
Dialograum 3: Klassismus und unterschiedliche Lebensrealitäten
Klassismus und unterschiedliche Lebensrealitäten (Moderation: Billie A. Hörnschemeyer)
- Wer kann sich Aktivismus leisten?
- Welche sozialen Unterschiede prägen Community-Erfahrungen?
- Wie beeinflussen Bildung, Einkommen und soziale Milieus politische Teilhabe?
- Welche Perspektiven fehlen häufig?
Dialograum 4: Generationen, Erinnerung und politische Sprache
Generationen, Erinnerung und politische Sprache (Moderation: Reingard Wagner und Hilke Bleeken)
- Wie unterscheiden sich politische Erfahrungen verschiedener Generationen?
- Welche Konflikte entstehen durch unterschiedliche Sprach- und Aktivismus-Kulturen?
- Was können jüngere und ältere Community-Mitglieder voneinander lernen?
- Welche Erfahrungen gehen verloren?
Praxis-Panel: Zusammenarbeit zwischen Community, Politik und Verwaltung
Anhand vier konkreter Praxisbeispiele diskutieren wir, wie Zusammenarbeit zwischen Community-Projekten, Politik und Verwaltung gelingen kann. Es geht um positive genauso wie um schwierige Erfahrungen. Und vor allem um das konkrete Handwerkszeug: Welche Strategien haben sich bewährt? Welche Hürden mussten überwunden werden? Wie können wir Mut machen zu solidarischen und gemeinschaftlichen Projekten?
- Gruppe 1: Queere Erinnerungskultur (Peter Struck | Arbeitsgemeinschaft Queere Geschichte Bielefeld)
- Gruppe 2: Wohnen und Teilhabe (Anna Maria Oelkers | Lesbenwohnprojekt und inklusives queeres soziokulturelles Zentrum Berolinastraße, RuT Berlin)
- Gruppe 3: ALTERnativen (Inka Wilhelm | rubicon Köln)
- Gruppe 4: Lesben* Leben Familie (Anto Damm | LesLeFam Berlin)
Zukunftswerkstatt: "Wie sieht eine LSBTIQ+-Community 2036 aus, in der Konflikte konstruktiv bearbeitet und Resilienz und Solidarität in Zeiten von Hass und Extremismus gestärkt werden?"
In diesem interaktiven Abschlussformat entwickeln wir gemeinsame Perspektiven für die Zukunft. Dabei geht es sowohl um Strukturaufbau als auch um den Schutz unserer Community. In vier Gruppen arbeiten wir an jeweils eigenen Schwerpunktthemen und Leitfragen.
Gruppe 1: Räume, Teilhabe & Sichtbarkeit
Räume, Teilhabe & Sichtbarkeit (Moderation und Impulse: Jeanette Roche und Diana Böhme)
Fokus: Wie schaffen wir inklusive Räume und gerechte Teilhabe?
Leitfragen:
- Wer wird auch heute noch nicht ausreichend gehört?
- Welche Räume und Beteiligungsstrukturen brauchen wir, damit alle gehört werden?
- Welche Barrieren verhindern heute echte Teilhabe?
- Welche Formate, Räume und Begegnungsorte braucht eine LSBTIQ+-Community 2036?
- Wie können marginalisierte Perspektiven langfristig sichtbarer, wirksamer und entscheidungsrelevant eingebunden werden?
- Wie können generationsübergreifende oder diskriminierungssensible Räume aussehen?
Gruppe 2: Bündnisse, Politik & gesellschaftliche Wirkung
Bündnisse, Politik & gesellschaftliche Wirkung (Moderation und Impulse: Florencia Gaillour)
Fokus: Wie verändern wir gemeinsam Gesellschaft und Politik?
Leitfragen:
- Was braucht es, damit die LSBTIQ+-Community politisch gemeinsam handlungsfähig wird?
- Wie entsteht gemeinsame politische Handlungsfähigkeit?
- Welche politischen Anliegen und Bündnisse können über Unterschiede hinweg gemeinsam getragen werden?
- Welche Kooperationen zwischen Community, Praxis, Bildung, Kultur und Politik sind zukünftig notwendig?
- Mit welchen sozialen Bewegungen oder Initiativen sollten stärkere Allianzen entstehen?
- Wie kann Community-Wissen stärker in politische Prozesse eingebracht werden?
Gruppe 3: Nachhaltige Strukturen & Zukunftsvisionen
Nachhaltige Strukturen & Zukunftsvisionen (Moderation und Impulse: Reingard Wagner und Hilke Bleeken)
Fokus: Wie bleiben solidarische Strukturen innerhalb der Community langfristig tragfähig und resilient?
Leitfragen:
- Was braucht es, damit solidarische Strukturen stabil bleiben und nicht nur projektbezogen funktionieren?
- Welche Vision einer gerechten, resilienten und solidarischen LSBTIQ+-Community für 2036 motiviert uns gemeinsam?
- Welche Ressourcen, Finanzierungsmodelle oder Organisationsformen braucht es, um diese Vision langfristig zu tragen?
- Wie können Verbündete Verantwortung übernehmen und die Community nachhaltig unterstützen?
- Welche Formen von Allyship stärken solidarische, selbstbestimmte Strukturen langfristig?
- Welche Weichen müssen wir heute stellen, damit diese Zukunft bis 2036 realistisch wird?
Gruppe 4 - Solidarität gegen Hass und Schutz vor Extremismus und queerfeindlicher Gewalt
Solidarität gegen Hass und Schutz vor Extremismus und queerfeindlicher Gewalt (Moderation und Impulse: Lino Köhler)
Fokus: Wie erhalten wir uns angesichts aktueller Bedrohungen unsere Handlungsfähigkeit und schützen demokratische Handlungsspielräume?
Leitfragen:
- Welche konkreten Strategien und Bündnisse können den Schutz queerer Menschen und Räume stärken?
- Wie kann die Community auf rechtsextremistische Angriffe, Hasskriminalität und politische Einschüchterungsversuche entschlossen und demokratisch reagieren?
- Welche Formen des solidarischen Widerstands und der demokratischen Gegenwehr sind notwendig, um queerfeindlichen Angriffen und autoritären Entwicklungen entgegenzutreten?
- Wie kann Solidarität innerhalb der Community sowie mit zivilgesellschaftlichen Partner*innen gestärkt werden, um extremistischen Entwicklungen gemeinsam entgegenzutreten?
- Welche präventiven Schutzstrukturen, Kompetenzen und Ressourcen braucht die LSBTIQ+-Community, um Hass, Extremismus und demokratiefeindlichen Entwicklungen auch langfristig wirksam begegnen zu können?
Anmeldung
Zur Anmeldung gelangt ihr hier: Anmeldung Fachtagung 2026
Übernachtung
Unser Kooperationspartner, das Hotel Berlin Berlin, hält ein Kontingent an Einzel- und Doppelzimmern zu attraktiven Preisen für uns bereit. Damit sichert ihr euch neben einer günstigen Übernachtung außerdem ein Zimmer am Veranstaltungsort und vereinfacht die An- und Abreise.
Buchen könnt ihr die Zimmer bis 8.10.2026. Sie sind kostenfrei stornierbar bis 14 Tage vor Anreise.
Zur Buchung gelangt ihr hier: Hotelkontingent Dachverband Lesben & Alter.![]()
Übernahme der Reisekosten
Wir möchten, dass eine Teilnahme an der Veranstaltung für möglichst viele von euch möglich ist. Für diejenigen, die ihre Fahrt- und Übernachtungskosten nicht selbst tragen können, gibt es daher ein begrenztes Budget für die Übernahme von Reisekosten. Falls ihr Bedarf habt, meldet euch bitte bei uns unter kontakt@lesbenundalter.de