Partizipation älterer alleinlebender und lesbisch lebender Frauen in der Seniorenarbeit

19. Oktober 2017

Unter der Schirmherrschaft der Gleichstellungsbeauftragten des Landes Brandenburg, Monika von der Lippe, fand am 11.10.2017 das Fachgespräch „Lieber gemeinsam - ältere Lesben in Brandenburg“ im Regenbogenzentrum in Potsdam mit Expertinnen statt. Veranstalterin war der bundesweit agierende Dachverband Lesben und Alter.

Ziel der Veranstaltung war es, im Rahmen des Aktionsplanes Queeres Brandenburg Vorurteile und Diskriminierung gegenüber lesbisch, schwul, bi- und transsexuell lebenden Personen abzubauen und gegenseitigen Respekt zu fördern. Darüber hinaus sollte der Blick geschärft werden für die Lebenssituation und die Bedürfnisse älterer und alter alleinlebender und frauenliebender Frauen. Die Zielgruppe wird kaum beachtet und bleibt nahezu unsichtbar – auch innerhalb der so genannten Community.

Die Historikerin und Autorin Dr. Kirsten Plötz zeigte die „Hürden im lesbischen Alltag“ auf, Ziriah Voigt von dem Bündnis „FrauenInitiative04“ brachte ihre Erfahrungen von Frauennetzwerken im ländlichen Raum ein, Jutta Brambach, Geschäftsführung des Beratungs- und Kulturzentrums „RuT-Rad und Tat-Offene Initiative lesbischer Frauen e.V.“ in Berlin-Neukölln erläuterte anschaulich die Notwendigkeit von Begegnungsorten für gleichgeschlechtlich lebende Menschen im Alter.

Einsamkeit und Isolation betreffen diese Gruppe ganz besonders.

In der Seniorenarbeit und der Altenpflege werden gleichgeschlechtlich lebende Senior_innen in der Regel nicht wahrgenommen, ihre besondere Lebensbiografie bleibt unberücksichtigt.

Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung beschäftigte sich mit der Frage, welchen Beitrag Kommunen und andere Akteure der lokalen Politik leisten können, „um die soziale, politische und kulturelle Teilhabe und eine selbstbestimmte und möglichst lange selbstständige Lebensführung älterer Menschen sicher zu stellen.“ Soziale, politische und kulturelle Teilhabe setzt die Anerkennung vielfältiger Lebensformen voraus. Wie sehr die Kenntnis und Akzeptanz unterschiedlicher und damit auch gleichgeschlechtlicher Lebensformen zur Stärkung demokratischer Strukturen beitragen, ist durch zahlreiche Untersuchungen belegt.

Als Ergebnis wurde festgehalten, dass Treffpunkte und kulturelle Angebote notwendig sind, um diese Gruppe älterer / alter Frauen nicht weiter zu marginalisieren, sondern einzubeziehen in die moderne Seniorenarbeit. Fortbildungsveranstaltungen zur kultursensiblen Seniorenarbeit und Pflege sind durchzuführen, um hauptamtliche Multiplikator_innen mit den Anforderungen einer Diversity orientierten Altersarbeit vertraut zu machen.

Die Veranstaltung wurde gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) des Landes Brandenburg. Weitere Veranstaltungen sind für das Jahr 2018 geplant.

Kontakt:
Jutta Brambach - - Telefon 030-621 47 53

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