Rundbrief März 2016

Liebe Frauen, liebe Freund_innen vom Dachverband Lesben und Alter,

wir freuen uns, heute über aktuelle und geplante Aktivitäten des Dachverbandes zu informieren. Seit unserer erfolgreichen Tagung Ende Oktober in Berlin haben sich die Ereignisse überstürzt – mit neu- en Ideen, Veranstaltungsangeboten und mit neuen Frauen. Dazu gleich vorab:

Seit 16.02.2016 ist Heike Lischewski mit halber Stelle als Referentin für den Dachverband tätig. Sie tritt damit die Nachfolge von Doris Leymann an, die sich beruflich neu orientiert. An dieser Stelle möchten wir Doris noch mal sehr herzlich für ihr kluges Engagement und die hervor- ragende Tagungsorganisation danken!

Mit Heike Lischewski konnten wir eine Mitarbeiterin gewinnen, die als frei berufliche Journalistin viel Erfahrung in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und in der Veranstaltungsorganisation mitbringt. Das ist für den Verband sehr hilfreich, da wir uns bundesweit mit guter Außendarstellung und gezielten Kooperationen neu positionieren und außerdem weitere Mitgliedsorganisationen gewinnen wollen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Heike!

Herzliche Grüße
Eure Carolina Brauckmann für die Sprecherinnen

VERBANDLICHES

Förderung

Es war ein hartes Ringen mit guten Argumenten um gutes Geld. Nun ist das Ergebnis längst nicht so wie erhofft, aber immerhin: Das BMFSFJ fördert im Zeitraum von 2016 bis 2018 Veranstaltungsfor- mate des Dachverbandes und die Führung der Geschäftsstelle. Damit haben wir die Möglichkeit, unsere Öffentlichkeitsarbeit und die bundesweiten Aktivitäten auszubauen und uns schon jetzt für Folgefinanzierungen einzusetzen.

Neue Sprecherinnen

Auf dem Bundestreffen des Dachverbands am 27.11.2015 in Berlin wählten die anwesenden Mit- gliedsorganisationen mit Jutta Brambach (RuT e.V), Sabine Thomson (RuT e. V.), Carolina Brauck- mann (rubicon e. V.) und Bea Trampenau (Intervention e. V.) einen neuen Sprecherinnen-Rat. Alle vier Aktivistinnen waren von Beginn an beteiligt an der bundesweiten Vernetzung „Lesben und Alter“ und gehörten teils schon zuvor dem Sprecherinnen-Rat an. Mittelfristig und vor allem mit Blick auf die geplante Vereinsgründung sind wir auf jeden Fall auf personelle Verstärkung angewiesen!

Verbandliche und fachliche Treffen

Der Verband Lesben und Alter hat sich ebenso wie das schwule Pendant BISS e. V. (Bundesinteres- sensvertretung Schwuler Senioren; http://schwuleundalter.de) vorgenommen, Ansprechpartner_in zu sein für die gesellschaftlichen Lobby- und Fachverbände der bundesdeutschen Alterspolitik, Seni- or_innenarbeit und Pflege. Deshalb werden wir uns in regelmäßigen Abständen mit den Vorständen von BISS e. V. über Strategien austauschen, wie wir als lesbisch-schwule Stimme politisch Einfluss nehmen können.

Darüber hinaus werden wir neben unserer 2-jährlichen Fachtagung gemeinsam mit Kooperations- partnerinnen Seminare und Vernetzungstreffen in unterschiedlichen Regionen durchführen, damit möglichst viele ältere lesbische Frauen die Möglichkeit haben, bei sich vor Ort etwas zu bewegen.

AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Teilnahme am Konsultationstreffen „Forschungsprojekte für das Themenjahr 2017 – Diskriminie-rung auf Grund der sexuellen Identität“ (Bericht von Heike Lischewski)

Diese Veranstaltung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) fand am 2. März in Berlin statt. Es war der erste Versuch, LSBT*-Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen an einem Tisch zu ver- sammeln, um sich zum Forschungsstand und zu bestehenden Forschungslücken auszutauschen. Wir haben vorab ein Papier mit unserem Forschungsbedarf zum Thema Altersarmut eingereicht und an dem Treffen teilgenommen.

Die Themenjahre des ADS gibt es seit 2012 – damit wird sozusagen eine Liste von Merkmalen abge- arbeitet, die Anlass von Diskriminierung sein können (Alter, Herkunft etc.). 2017 wird nun das The- menjahr „Diskriminierung auf Grund der sexuellen Identität“, und es wird wegen der bevorstehen- den Bundestagswahl kürzer ausfallen als andere Themenjahre. Nichtsdestotrotz will die ADS zwei bis drei Forschungsprojekte aufsetzen und auch weiteren Bedarf sammeln. Die Forschungsthemen, die im Lauf des Nachmittags geclustert wurden, umfassen Einstellungsforschung, Beratung, Familie (Recht, Ressourcen), Bildung (LSBT*-Lehrer_innen) sowie intersektionelle Themen (worunter neben vielen anderen auch der Bereich „Lesben und Alter“ fällt). Dass es nun ein eigenes Projekt zur mate- riellen Situation älterer lesbischer Frauen geben wird, ist erstmal nicht zu erwarten. Aber immerhin haben wir unseren Anspruch darauf angemeldet. Es wird seitens der ADS ein Veranstaltungsprotokoll inklusive der eingereichten Papiere geben, das wir interessierten Frauen dann gern zur Verfügung stellen.

Eckpunkte für einen Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Homo- und Transphobie

Der LSVD hat diese Eckpunkte aufgesetzt und zu Anregungen und Ergänzungen eingeladen. Das Ziel: Druck auf die Bundesregierung auszuüben, damit in dieser Legislaturperiode noch etwas zu diesem Thema passiert. Wir haben die Einladung angenommen und den Punkt 7 (Politik für Senior*innen) um eine zweiseitige Stellungnahme ergänzt. Denn aufgrund des Gender Gaps halten wir es für sinn- voll und notwendig, auf die Situation älterer und alter lesbischer Frauen gezielt einzugehen. Jetzt sind wir gespannt, ob der LSVD unseren Beitrag aufgreifen wird.

Bürosuche

Derzeit noch komplett im kuscheligen Berliner RuT untergebracht, brauchen wir auf die Dauer ein bisschen mehr Platz. Wir sehen uns also nach einem geeigneten Büro- und Lagerraum im Berliner Schillerpromenadenkiez um, sind aber noch nicht fündig geworden. Wir halten euch auf dem Laufen- den!

Neuer Anschluss

Eine Büro-Neuigkeit gibt es aber schon: Der Dachverband hat eine neue Telefonnummer! Per Fest- netz nach wie vor über RuT erreichbar, lautet unsere Handynummer jetzt 0160/92 21 95 49.

TERMINE

22.04.2016, Berlin: Sprecherinnen-Treffen

20.06.2016, Köln: Koordinationstreffen Dachverband Lesben und Alter und BISS e.V. 

15./16.10.2016, Berlin: Bundestreffen der Mitgliedsorganisationen

Fachliche Treffen

17.10.2016, Berlin: Fachaustausch Dachverband und Biss e. V. mit Akteur_innen aus der Seniorenarbeit

22.10.2016, Frankfurt/M.: Fach- und Vernetzungstag für ältere Lesben; Kooperationspartnerin LIBS e.V. 

13.11.2016, Heideruh (Hamburg): Fachseminar zum Thema Altersarmut und Ökonomie 

Außerverbandliche Termine (ggfs. mit Präsenz des Dachverbandes)

02.04.2016, Dortmund: Stadtgespräch lesbischer, schwuler, transidenter Vereine und Akteure sowie der Stadt Dortmund: „Was im Alter wichtig ist.“ Gast der Auftakt- veranstaltung ist Franz Müntefering (https://www.facebook.com/LsbtiAlterwerden/?fref=ts)

22.-24.04.2016, Weimar: Denkwerkstatt des LesbenRing e. V. unter dem Motto „Visionen und Ta- ten“. Kontakt: gabi.stummer@lesbenring.de, http://www.lesbenring.de/

13.-16.05.2016, Bremen: Lesbenfrühlingstreffen. Bea Trampenau bietet unter dem Titel „Anders alt – aber wie? Der Dachverband Lesben und Alter stellt sich vor“ einen Workshop an.

27.08.2016, Köln: Tagung der Fraueninitiative 04. http://www.fraueninitiative04.de/

09.11.2016, Bochum: NRW-Fachtag „Queer im Quartier“, ausgerichtet von der Landesfachberatung für gleichgeschlechtliche Lebensformen in der Senior_innenarbeit, www.immerdabei.net.

21./22.11.2016 Köln: BaS Jahresfachtagung, http://www.seniorenbueros.org

LITERATUR

7. Altenbericht der Bundesregierung

Voraussichtlich im 4. Quartal, viel später als erwartet, wird der 7. Altenbericht der Bundesregierung veröffentlicht. Es geht um die großen Themen „Care“ und gesellschaftliche Verantwortung. Wir sind gespannt, welche Rolle die Genderperspektive in dem Bericht spielt. Auf jeden Fall, und das ist ein Novum, wird die Veröffentlichung rund 50 Seiten zu gleichgeschlechtlichen Lebensformen enthalten! https://www.siebter-altenbericht.de/

Broschüre Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule

Um künftigem Fachpersonal ein grundlegendes Verständnis für lesbische und schwule Lebenswelten zu ermöglichen, erarbeitete Dr.in Gabi Stummer während ihrer Tätigkeit im Kölner rubicon eine um- fassende Informationsbroschüre, die unter dem Titel „Kultursensible Pflege für Lesben und Schwule – Informationen für die professionelle Altenpflege“ veröffentlicht wurde. Die Handreichung steht jetzt auch als Printausgabe zur Verfügung und kann unter info@rubicon-koeln.de bestellt werden.